Bekannte Chormusik neu zu entdecken und weitgehend unentdeckte Werke bekannt zu machen, ist ein Motto, dem sich der 2013 wiedergegründete Landesjugendchor Thüringen verschrieben hat. Die jungen Sänger*innen treffen sich mehrmals im Jahr zu mehrtägigen Probenphasen an verschiedenen Orten Thüringens, um gemeinsam anspruchsvolle Werke zu erarbeiten.
Die musikalische Arbeit wird durch erfahrene Stimmbildner*innen wie Simone Hirsch, Teresa Maria Winkler, Yannika Schad, Annika Ram, Annika Rioux, Diogo Mendes und Marius Schnelle unterstützt.
Der Schwerpunkt des Repertoires liegt in der geistlichen wie weltlichen A-Cappella-Musik und reicht von Vertonungen des 16. Jahrhunderts bis zur Musik der Gegenwart. Seit Nikolaas Schmeer die Leitung übernommen hat, sind auch immer wieder Ausflüge in die Chorsinfonik auf dem Programm.
Vier Kompositionen sind dem Chor gewidmet und uraufgeführt worden: Christoph Göbel (2014), Clytus Gottwald (2019), Manfred Schlenker (2020) und Reiko Füting (2022).
Der gebürtige Venezolaner Nikolaas Schmeer ist ein junger, vielseitiger Dirigent, der sowohl im Orchester-, wie auch im Chorbereich mit ausgezeichneter Arbeit brilliert.
Seit August 2023 hat er die künstlerische Leitung des Landesjugendchores Thüringen inne und ist seit April desselben Jahres Stipendiat des „Forum Dirigieren" des deutschen Musikrates. 2025 wurde er in die Konzertförderung dieses Förderprogramms aufgenommen.
Er studierte Chordirigieren an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar bei Prof. Jürgen Puschbeck und schloss dieses Bachelorstudium im Mai 2022 mit Bestnote ab. Ab Oktober 2022 ergänzte ein Masterstudium im Fach Orchesterdirigieren an der Weimarer Musikhochschule in der renommierten Klasse von Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik seinen Erfahrungsschatz. Dieses Masterstudium schloss er ebenfalls erfolgreich im Sommer 2024 ab und gab gleichzeitig sein Operndebüt mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Le Nozze di Figaro" in einer Produktion der Hochschule für Musik Weimar.
Wichtige musikalische Impulse erhielt Nikolaas Schmeer darüber hinaus als Assistent am deutschen Nationaltheater Weimar, bei der Sommermusikakademie Schloss Hundisburg und beim Landesjugendorchester Sachsen. Im Rahmen des Chorprojektes „Klangkosmos Schütz 2022" wirkte Nikolaas Schmeer als künstlerischer Assistent von Justin Doyle mit. Er arbeitete außerdem bereits mit namhaften Dirigentinnen und Dirigenten wie Nicolás Pasquét, Ekhart Wycik, Dominik Beykirch, Ole Kristian Ruud, Howard Arman, Justin Doyle, Simon Gaudenz, Franziska Kuba, Ines Kaun, Klaas-Jan de Groot, Ekkehard Klemm, Friedrich Praetorius oder Philipp Ahmann zusammen.
Seine weitgefächerte Konzert- und Dirigiertätigkeit führten ihn unter Anderem zum MDR Musiksommer, zu den Clara-Schumann-Philharmonikern Plauen-Zwickau, zur Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach, zur Jenaer Philharmonie, zur Staatskapelle Weimar, zu den Sinfonieorchestern aus Karlsbad (CZ) und Teplice (CZ), zum Landesjugendorchester Sachsen, zum WDR-Rundfunkchor, zu den Opernchören an der Bayerischen Staatsoper München, in Heidelberg, Meiningen und Essen, zu den drei Chören der Jenaer Philharmonie, zu den Kammerchören der Hochschulen für Musik in Weimar und Köln und zu den Landesjugendchören aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen. Zusätzlich ist er als Korrepetitor und Improvisator gefragt.
Sein unermüdlicher Einsatz für das Fördern junger Musikerinnen und Musiker mündete in der Gründung des Vokalensembles "Re.Frain", das seitdem erfolgreich in Thüringen und Sachsen konzertiert.
Mit den Chören der Jenaer Philharmonie verbindet ihn auch eine lange kompositorische Tätigkeit. So wurden viele seiner Kompositionen und Adaptionen im Rahmen von Chorkonzerten uraufgeführt.